DH-Kolloquium: 3D geometric morphometrics an neandertalerzeitlichen Steinartefakten (Marcel Weiß)

Jun 07
7. Juni 2021 16:15 Uhr bis 17:45 Uhr
Zoom (Zugangsdaten über StudOn)

Die Steingeräte von Neandertalern und anderen Homininen weisen einen hohen Grad an Variabilität hinsichtlich ihrer Form und Funktion auf. Dies kann in den zugrunde liegenden Rohmaterialien, der technologischen Herstellungsweise, dem Funktionszweck, verschiedenen kulturellen Traditionen und/oder anderen Aspekten menschlichen Verhaltens begründet sein. Um Faktoren zu identifizieren, welche die Variabilität in den Formausprägungen der Werkzeuge – und in der letzten Konsequenz in den von uns klassifizierten Gerätetypen – beeinflussen, wurden in der Forschung verschiedenste Ansätze verfolgt. Dazu gehören unter anderem die Aufnahme und Auswertung quantitativer und qualitativer Merkmale, die Herausarbeitung technologischer Herstellungsschemata, oder Gebrauchsspurenanalysen.
Im Laufe der letzten 10 Jahre wurden zunehmend Methoden der dreidimensionalen morphometrischen Geometrie (3D geometric morphometrics – 3DGM) aus der physischen
Anthropologie in den Bereich der Steinartefaktanalyse übernommen. Mit dieser Methodik kann die Variabilität der Formgebung innerhalb und zwischen verschiedenen
Steingeräteformen quantifiziert und ausgewertet werden. In meinem Vortrag werde ich zwei Anwendungsbeispiele vorstellen. Dabei werde ich Herangehensweisen der 3DGM mit Daten
zu Technologie, Rohmaterial und Funktion kombinieren, um Faktoren der Steingerätevariabilität herauszuarbeiten.

Aktuelle Informationen über das Kolloquium finden Sie unter https://www.izdigital.fau.de/forschung/dh-kolloquium/