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(K)ein Bild dieser Welt

(K)ein Bild dieser Welt

Eine Person sitz vor mehreren Bücherregalen an einem Holztisch und betrachtet einen Globus
Wer entscheidet, was auf Landkarten verzeichnet ist oder wo Grenzen verlaufen? Die mangelnde Objektivität hat manchmal schlicht pragmatische Gründe. Bild: David Hartfiel

Ob auf Papier oder elektronisch: Landkarten sind weniger objektiv als gedacht.

von Roland Knauer

Der elektronische Stadtplan ist übersät mit Supermärkten. Nur steht dem Nutzer der Sinn so gar nicht nach Einkaufen, eigentlich möchte er doch in ein Museum. Dieses wiederum will auf der Karte einfach nicht auftauchen. Vielleicht zeigt das Gerät ja auch sämtliche Ärzte des Ortes an, während man gerade ein Restaurant fürs Abendessen sucht. Wer sich elektronisch orientiert, erlebt solche Situationen häufig. Oft kennt er auch die Hintergründe: Das Programm soll es dem Nutzer einfach machen. Also registriert es aufmerksam seine früheren, vielleicht sogar wiederholten Suchen nach einer Autowerkstatt und zeigt ihm erst mal alle Betriebe dieser Sparte an. Die Software kann ja schließlich nicht ahnen, dass der Sprit bald alle ist und der Autofahrer daher eher eine Tankstelle braucht. Vor allem bei vielseitigen Nutzern führt dieses Personalisieren von Google und Co. nicht nur das eine oder andere Mal in die Irre. Es macht auch deutlich, dass die gezeigte Straßenkarte weniger objektiv ist, als so mancher vor dem Bildschirm vermutet. Böse Zungen lästern da schon einmal, dass Google die Welt eben wie eine große Shopping Mall präsentiert. …weiterlesen

Auch Landkarten auf Papier bilden nicht die reale Welt ab, sondern zeigen eine spezifische Perspektive.