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FAU-Informatiker entwickeln digitale Assistenten für die Geisteswissenschaften

FAU-Informatiker entwickeln digitale Assistenten für die Geisteswissenschaften

Zerknittertes Papier mit alter Schrift

Ziel des Projektes „Schrift und Zeichen“ ist es, anhand von päpstlichen Urkunden den Austausch zwischen Rom und einzelnen Bistümern und Orden im Mittelalter besser zu verstehen. Manuell ist das Konvolut von tausenden Originalen und Faksimiles kaum zu bewältigen. Hier kommen die Informatiker der FAU ins Spiel. (Bild: Klaus Herbers)

Die Informatik geht fremd

Vincent Christlein kann Handschriften deuten. Der Charakter der Schreiber ist dem Informatiker von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) dabei allerdings völlig egal. Christlein kann anhand von dynamischen Oberlängen, sanft geschwungenen G-Schleifen, energischen T-Strichen und etlichen anderen Merkmalen die Umstände der Entstehung eines Textes ablesen.

Vincent Christlein ist Experte für maschinelles Sehen und Bildverarbeitung am Lehrstuhl für Mustererkennung der FAU. Er hat gemeinsam mit Forscherkollegen Software entwickelt, die in der Lage ist, handgeschriebenen Texten Informationen über die Entstehungszeit des Dokuments, den Ort, an dem es geschrieben wurde, oder sogar den Schreiber bestimmen, auch wenn der schon hunderte Jahre tot ist.

Digital Humanities bergen unschätzbares Potenzial für die Wissenschaft

Gerade für die Untersuchung historischer Dokumente ist das noch junge Wissenschaftsfeld der Digital Humanities, der digitalen Geisteswissenschaften – und im besonderen Vincent Christleins Software – ein unschätzbares Hilfsmittel. Das konnte der Nachwuchswissenschaftler unter anderem im vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekt „Schrift und Zeichen“ unter Beweis stellen. …weiterlesen