Navigation

Fidels sprachliches Erbe

Bild: Colourbox.de

Bild: Colourbox.de

Romanisten und Computerlinguisten der FAU untersuchen Sprachentwicklung in Kuba

Wissenschaftler der FAU untersuchen, wie sich der öffentliche Sprachgebrauch des Spanischen in Kuba seit der kommunistischen Revolution 1959 entwickelt hat. Gemeinsam mit Sprachwissenschaftlern der Humboldt-Universität Berlin und der Universität Havanna erstellen sie in den kommenden Jahren ein linguistisches Korpus, in dem Medientexte, Debatten und Plakate im öffentlichen Raum erfasst werden. Die Textsammlung CORESPUC soll permanent fortgeschrieben werden und Wissenschaftlern verschiedenster Disziplinen für linguistische Analysen zur Verfügung stehen.

Kuba – die größte der karibischen Inseln und eine der letzten Bastionen des Kommunismus. Seit den politischen Revolutionen in den Ostblockstaaten und dem Zusammenbruch des sozialistischen Wirtschaftsraums ist das Land weitgehend isoliert und wagt auch nach dem Tode Fidel Castros nur zaghafte Schritte hin zu einer liberalisierten Wirtschaft und weltoffenen Politik. Diese Isolation macht das Land einerseits schwer zugänglich, andererseits zu einem reizvollen Feld nicht nur für Historiker, Soziologen und Politologen, sondern auch für Sprachwissenschaftler, denn der öffentliche Gebrauch des Spanischen in Kuba ist kaum dokumentiert und weitgehend unerforscht.

Artikel, Debatten und Parolen in einer Sammlung

Gemeinsam mit Sprachforschern der Humboldt-Universität Berlin und der Universität Havanna arbeiten Romanisten und Computerlinguisten der FAU nun daran, diese Lücke zu schließen. Im Rahmen des Projektes CORESPUC – die Abkürzung steht für „Corpus del español público en Cuba“ – wollen sie in den kommenden Jahren eine quantitative Textsammlung erstellen, die den Sprachgebrauch Kubas im öffentlichen Raum von der Revolution 1959 bis in die heutige Zeit abbildet und für verschiedene Forschungsarbeiten zugänglich macht. „Wir werden uns zunächst auf die Ausgaben der Tageszeitung „Granma“ konzentrieren“, sagt Prof. Dr. Silke Jansen, Inhaberin des Lehrstuhls für Romanistik, insbesondere Sprachwissenschaft an der FAU. „Die Ausgaben seit 2008 stehen in digitaler Form zur Verfügung, frühere Publikationen müssen aufwändig gescannt und mittels automatischer Schrifterkennung decodiert werden.“ Allein die Beiträge der Granma umfassen mehr als eine Viertelmillion Seiten – darüber hinaus will das deutsch-kubanische Forscherteam Diskussionsrunden und Plakate im öffentlichen Raum in das Korpus aufnehmen …weiterlesen