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Von Zeitmaschinen und Wissenschaftsreflexion

Wie die Digital Humanities neue Horizonte eröffnen können – und warum technologische Entwicklung kritisch begleitet werden sollte.

Stellen Sie sich vor, Sie tragen eine Cyberbrille, die Ihnen Ihre Stadt so zeigt, wie sie vor einhundert Jahren aussah: Die Straßenbahn gab es schon, vereinzelt fahren Automobile an Ihnen vorbei, aber deutlich mehr Kutschen, die von Pferden gezogen werden. Männer und Frauen tragen Hüte, es gibt Ladengeschäfte, doch die Schaufenster sind längst nicht so groß und erleuchtet wie heute. Weil Sie mehr wissen wollen, lassen Sie Informationen darüber einblenden, wie groß eine durchschnittliche Familie damals war, welcher Partei der Bürgermeister angehörte und ob die Berliner Straße damals anders hieß.

Philosophie meets Informatik

Ziemlich visionär, meinen Sie? Es gibt Menschen, die an dieser Vision arbeiten – am IZdigital zum Beispiel, dem Interdisziplinären Zentrum für Digitale Geistes- und Sozialwissenschaften der FAU. Das Zentrum bringt Forscher der Philosophischen Fakultät vor allem mit Informatikern zusammen und nähert sich dem Thema Digitalisierung aus unterschiedlichen Perspektiven: Zum einen untersucht es, welche Konsequenzen die zunehmende Digitalisierung für jeden Einzelnen und für das gesellschaftliche Zusammenleben hat. Der zweite Forschungsschwerpunkt sind die Digital Humanities, die sich mit methodisch neuen Zugängen zu geistes- und sozialwissenschaftlicher Forschung befassen …weiterlesen